XX. Festival del Habano 2018

XX. Festival del Habano 2018

Das XX. Festival del Habano begann wie in jedem Jahr mit einer Pressekonferenz von Habanos s.a. zur Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr 2017. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde im Ergebnis ein Wert von 500 Millionen US-Dollar erreicht. Dies entspricht einem Zuwachs von 12% und liegt damit deutlich über dem Wertzuwachs des globalen Marktes mit Luxusprodukten, der um 5% zulegte. Größter Markt blieb Europa mit einem Anteil von 54%, gefolgt von Lateinamerika und Kanada mit 17%, dem asiatisch-pazifischen Raum mit 15% und Afrika und dem Mittleren Osten mit 14%. Im Länder-Ranking stand nach wie vor Spanien an erster Stelle, gefolgt von Frankreich, China (inkl. Hongkong und Macau), Deutschland, Cuba und der Schweiz. Die meistverkauften Cigarren waren Partagás Serie D No.4, Cohiba Robusto und die Romeo y Julieta Wide Churchill. 
Erfreuliches gab es auch von der kurz vor dem Abschluss stehenden Tabakernte zu berichten, die in Menge und Qualität äußerst vielversprechend erscheint. 
Auch die wichtigsten Produkteinführungen stellte Habanos vor: die Cohiba Robusto Reserva aus Tabaken des Jahres 2014, eine neue Linie Partagás Maduro, die Hoyo de Monterrey Rio Seco und die Vegueros Centrofino. 

Eine ganz besondere Überraschung hat sich Habanos für das diesjährige 20. Jubiläum des Festivals einfallen lassen: einen Humidor gefüllt mit 100 Stück des vollkommen neuen und einmalig aufgelegten Formats Romeo y Julieta Grand Churchills mit einem gewaltigen Ringmaß von 56 und einer Länge von 190 mm. Diese beeindruckende Cigarre verwöhnt mit einer geradezu überwältigenden Fülle von Aromen bei mittlerer Stärke. 
Gefertigt wird dieses Prachtstück von der renommierten Luxusmanufaktur Elie Bleu in Paris. Er soll in einer Auflage von 450 Stück weltweit auf den Markt kommen.

An der zwanzigsten Auflage des Festivals nahmen mehr als 2.000 Besucher aus über 70 Ländern teil. Die internationale Messe stellte mit 184 Ausstellern einen neuen Rekord auf. 
Das Ende des ersten Festivaltags stand einmal mehr ganz im Zeichen der Marke Cohiba und war der Vorstellung der Cohiba Robusto Reserva Cosecha 2014 gewidmet. Die Robusto ist eines der weltweit meistverkauften Formate der Marke Cohiba und längst ein echter Klassiker. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass Habanos diesem Format nun eine Reserva widmet. Die Tabake für die Reserva-Editionen werden vor ihrer Verarbeitung mindestens drei Jahre sorgfältig reifegelagert. Im Falle der Cohiba Robusto Reserva kommen Tabake aus der Ernte (auf Spanisch „Cosecha“) des Jahres 2014 zur Anwendung. Nur 5.000 individuell nummerierte und glänzend schwarz lackierte Kisten mit je 20 Stück Inhalt sollen im Laufe dieses Jahres angeboten werden. 
Die Abendveranstaltung beschloss ein Konzert der bekannten Gruppe Los Van Van, die in Cuba legendär sind.

Am Dienstag ist im Festivalprogramm alljährlich der Besuch der Tabakplantagen in Pinar del Rio vorgesehen. Die Teilnehmer werden dazu mit einer langen Kette von Reisebussen in die berühmte Tabakprovinz gefahren. Man verteilt sich dann auf die verschiedenen Plantagen, die Vegas Finas de Primera (Pflanzungen erster Qualität) genannt werden. Die besten ihrer Art liegen im Herzen der Provinz Pinar del Rio und heißen San Juan y Martinez und in San Luis. Im Weinbau könnte man diese Anbauzonen mit Grand Cru-Lagen vergleichen. Aus diesen Gebieten stammen die besten Tabake Cubas, die natürlich ausschließlich für die hochwertigen Cigarren Verwendung finden. Vor einigen Jahren hat Habanos die große Bedeutung dieser Anbauzonen zum ersten Mal in der Form gewürdigt, dass einer Cigarre, der Hoyo de Monterrey Le Hoyo de San Juan, der Name des Gebiets verliehen wurde, aus dem die Einlagetabake Ligero, Seco und Volado stammen. Hier liegt übrigens auch die berühmte Plantage Hoyo de Monterrey, die der Marke des Gründers José Gener im Jahre 1865 ihren Namen gab. In diesem Jahr stellte Habanos ein neues Produkt vor, das die Linie Le Hoyo erweitert. Das neue Format heißt Le Hoyo de Rio Seco (Produktionsname Aromosos) und hat ein Ringmaß von 56 bei einer Länge von 140 mm. Die traditionellen Formate der Linie Le Hoyo, wie beispielsweise die Le Hoyo du Gourmet oder Le Hoyo de Depute zeichneten sich durch schlanke Ringmaße aus. Heute entwickelt Habanos für diese Linie neue Formate, die dem Trend zu großen Ringmaßen entsprechen.

Interessante Seminare rund um die Themen Tabak und Habanos standen am Mittwoch auf dem Programm. Im Palacio de las Convenciones wurde außerdem die internationale Messe eröffnet, auf der von Cigarrenzubehör, über Spirituosen bis hin zu Kunstwerken alles angeboten wird, was Cigarrenliebhaber interessieren könnte. Unter der Anleitung erstklassiger Torcedores konnten sich die Teilnehmer wieder selbst als Cigarrenroller versuchen. 
Am Abend war dann die Zahl 20 das beherrschende Motiv. Dies deshalb, weil in diesem Jahr das 20. Jubiläum des Festival del Habano gefeiert wurde. Für diese Veranstaltung hatte sich Habanos s.a. deshalb etwas Besonderes einfallen lassen. Zunächst nahmen die Teilnehmer im Teatro Martí Platz, um ein umfangreiches Programm aus Ballett, Gesang und artistischen Einlagen zu erleben. Dazwischen rekapitulierten kurze Filme die Geschichte und Entwicklung des Festivals. Darin kamen langjährige Wegbegleiter aus der cubanischen Cigarrenindustrie, aber auch Habanos-Importeure wie Heinrich Villiger oder Jemma Freeman zu Wort.

Torcedora

Der Donnerstag der Festivalwoche stand einmal mehr im Zeichen der Torcedores. Schließlich verdanken wir der Arbeit ihrer geschickten Hände, dass wir überhaupt Cigarren genießen dürfen. Besichtigt wurden in diesem Jahr die Manufakturen H.Upmann und La Corona. La Corona ist die größte Manufaktur in Cuba und hat die Oberhoheit über eine ganze Reihe von Marken: Romeo y Julieta, Hoyo de Monterrey, Punch, Cuaba, Por Larrañaga, San Cristóbal de La Habana und Diplomaticos. Rund 300 Torcedores sitzen hier auf zwei Ebenen in den Galeras und rollen Cigarren. 
Die besten Torcedores mit der höchsten, der neunten, Kategorie sitzen vorn, die Lehrlinge traditionell ganz hinten. Sie können sich dann nach dem Ende ihrer Ausbildung wortwörtlich "vorarbeiten". Ihre Bezahlung erhalten die Roller für das Erreichen einer je nach dem zu rollenden Format festgelegten Anzahl, allerdings nur, wenn sie diese auch in entsprechend guter Qualität fertigen. Übertreffen sie dieses Ziel (beispielsweise 130 Stück des Formats "Petit Corona"), erhalten sie einen Bonus. Auch der Besuch der Manufaktur H.Upmann bot Gelegenheit zum Wiedersehen mit verschiedenen Cigarrenrollern, die im Laufe der Jahre schon auf Rollertournee in Deutschland waren. 
Am Abend fand dann die Cena Cubana statt, die wir als 5THAvenue mit unseren Kollegen von Intertabak, dem offiziellen Importeur für die Schweiz, schon seit vielen Jahren ausrichten. Für uns ist dies immer eine schöne Gelegenheit, uns bei den vielen Mitarbeitern von Habanos s.a. und aus der cubanischen Cigarrenindustrie zu bedanken, mit denen wir das ganze Jahr über zusammenarbeiten. In diesem Jahr fand unsere Veranstaltung im neu renovierten „Copa Room“ des Hotel Riviera statt. Das Riviera ist ein klassisches und bis heute unverbautes 50er Jahre-Hotel, das einst Mafia-Granden wie Al Capone, Lucky Luciano und Meyer Lansky errichten ließen. An der Veranstaltung nahmen außer den Botschaftern Deutschlands und Österreichs auch das Spitzenpersonal von Habanos S.A., wie Co-Präsident Inocente Nuñez Blanco teil. 5THAvenue-Geschäftsführer Heinrich Villiger begrüßte in seiner Ansprache zwei hochverdiente Tabakpflanzer und „Hombre del Habano“-Gewinner aus dem Anbaugebiet San Antonio de los Baños, die er am Tage noch besucht hatte. Ein prominenter Besucher aus Deutschland war der Fußballtrainer Christoph Daum, der ebenfalls in Havanna weilte.
Höhepunkt des Abends war ein spektakuläres Showprogramm von Künstlern des berühmten Tropicana-Cabarets, dass nicht nur die cubanischen, sondern auch die Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz begeisterte. 
Als passende Begleitung der gereichten Cigarren erwies sich der neue Rum "Tributo" von Havana Club, der für das Jahr 2018 in limitierter Auflage von weltweit nur 2.500 Flaschen angeboten wird und den Havana Club auf dieser Veranstaltung präsentierte. 

Erstmalig fand beim Festival del Habano die Habanos World Challenge statt. Das ist ein äußerst komplexer Wettbewerb für Cigarrenliebhaber, bei dem es nicht nur um Wissen über die Tabakproduktion, die Cigarrenherstellung und das gesamte Habanos-Sortiment geht, sondern bei dem auch noch Cigarren „blind“ erkannt und passende Getränkeempfehlungen zu bestimmten Cigarren präsentiert werden müssen. Der Wettbewerb richtet sich dabei nicht an professionelle Teilnehmer, wie Sommeliers, sondern an cigarrenbegeisterte Aficionados. Das Niveau der beiden Teams im Finale, aus Cuba und Zypern, war höchst beachtlich.

Am Abend fand dann die Abschlussgala statt, auf der die Marke Partagás das bestimmende Motiv war. Bereits im Jahr 2015 führte Habanos s.a. das Format Partagás Maduro No.1 (130 mm, Ringmaß 52) ein. Diese Cigarre wurde exklusiv für die La Casas del Habano und die Habanos Specialists angeboten. Nun wird dieses Format in das Standard-Sortiment aufgenommen und um zwei weitere Cigarren ergänzt: die Partagás Maduro No.2, eine Short Pirámide mit einer Länge von 120 mm und einem Ringmaß von 55 sowie die Partagás Maduro No.3, eine längere Robusto mit 145 mm Länge und einem Ringmaß von 50. 

5TH Avenue Geschäftsführer Heinrich Villiger und Hombre del Habano-Gewinner Ercan Hazar

 

Wie immer auf der Gala, erwartete die Teilnehmer ein wahres Feuerwerk von Programm, bei dem sich cubanische Spitzenmusiker und spektakuläre Tanzeinlagen abwechseln. Ein besonderes Highlight war der Auftritt der Gruppe „Orishas“, der sämtliche Teilnehmer des mit rund 1.200 Menschen gefüllten Saales von den Stühlen riss.
Ein mit Spannung erwarteter Moment ist die Verkündung der Gewinner der renommierten Auszeichnung „Hombre del Habano“. In diesem Jahr ging dieser „Oskar“ der Cigarrenbranche in der Kategorie „Business“ an unseren Kunden Ercan Hazar aus Wien. In der Kategorie „Produktion“ gewann der Cubaner Virginio Morales und in der Kategorie „Kommunikation“ der Italiener Francesco Minetti, der das jährliche Treffen der „Freunde von Partagás“ in Matelica veranstaltet. 

 

Einen neuen Rekorderlös erbrachte die von Gary Heathcott geleitete Versteigerung exklusiver Humidore, mit der die Abschlussgala endete. Insgesamt wurden sieben Stück der Marken El Rey del Mundo, H.Upmann, Hoyo de Monterrey, Romeo y Julieta, Partagás, Montecristo und Cohiba für 1.485.000 Euro zugunsten des cubanischen Gesundheitssystems versteigert. 

 

Text: Christoph A. Puszkar